Agrotourimus

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Urlaub auf dem Bauernhof – im neudeutsch „Agrotourismus“ - ist ein boomender Zweig im Tourismusgeschäft. Warum das zwischen unsere News zu Museen und erlebter Identität passt, ist erst auf den zweiten Blick augenscheinlich: Der Bauernhofurlaub rettet die traditionelle Landwirtschaft und sorgt dafür, das nicht überall nur Agrarfabriken entstehen.

Man muss sich das Erstaunen vorstellen, als es Ende der 50er Jahre des letzten Jahrhunderts plötzlich Städter aufs Land zog und sie die Verdutzten Bauern um Unterkunft baten. Mitarbeiten bei der harten Feldarbeit wollte man oder bei der Weinernte – mal richtig Landluft schnuppern. Gerade Bauern, die mit wenig Komfort auf kleinen Höfen hart ihr täglich Brot verdient haben, muss dieses Ansinnen recht erstaunt haben. Das sich daraus ein attraktiver Wirtschaftszweig für die Landwirtschaft entwickeln würde, war sicher noch nicht abzusehen. Man vermietete karge Fremdenzimmer und nutzte die helfende Hand.

Das hat wenig mit dem Urlaub auf dem Bauernhof in heutigen Tagen zu tun. Wenn auch die Motivation der Urlauber eine vergleichbare ist wie vor 50 Jahren, so hat sich aus der Zufälligkeit früherer Zeiten ein Bereich in der Landwirtschaft entwickelt, der sogar verschiedensten Qualitätsanforderungen von Verbänden standhält. Kinder sollen im Umgang mit den Tieren auf dem Hof lernen, das die Milch eben nicht aus dem Supermarkt kommt und der Spinat nicht in Dosen wächst. Das Urlaubsziel Bauernhof soll ihnen eine möglichst reale Welt zeigen, in denen die Lebensmittel produziert werden – dies aber bitteschön möglichst naturnah und „echt“ – halt so wie zu Urgroßmuters Zeiten. Was in frühen Zeiten aus mangelnden Alternativen geboren wurde ist heute das Qualitätsmerkmal. Für einige Bauern brachte diese Form des Tourismus aber auch eine neue Chance: Sie konnten dem Preisdruck der Agrarindustrie entkommen, indem sie sich auf die alten Bewirtschaftungsmethoden und das alte bäuerliche Leben besannen – und damit attraktiv für Touristen wurden. Das Vermieten von Zimmern für Urlauber ist heute in solchen Betrieben eine durchaus wichtige Einnahmequelle neben der eigentlichen Landwirtschaft. Der Agrotourismus sorgt für Oasen althergebrachter bäuerlicher Lebensweise in der Landwirtschaft.

Bauernhöfe für den Urlaub findet man heute für jede Gelegenheit und jeden Anspruch. Zum Entspannen in einem einfachen Bauernhaus kann es en 5 Sterne Luxus geben oder das rustikale oder luxuriöse Ambiente nach belieben. Die Touristiker sind lange auf den Zug aufgesprungen und bieten den Urlaub auf dem Bauernhof als Pauschalpaket an. Wir jedoch möchten uns auf beispiele konzentrieren, bei denen der Tourismus dafür gesorgt hat, das die eigentliche Identität er bäuerlichen Landschaft erhalten geblieben ist – oder sogar „Rückentwicklungen“ zu den Wurzeln stattgefunden haben – Geschichte zum anfassen und Erleben – lebendige Museen, die ihr Geld auf dem hart umkämpften Markt für Urlauber und Lebensmittel verdienen.

Foto: Markus Lenk

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